Einführung zusammengefasst
Family Roots Work ist eine systemisch-psychologische Methode für transgenerationale Musterarbeit, entwickelt von Dott.ssa Mag. Dipl. Päd. Ernestina Mazza. Sie macht sichtbar, welche Muster, Loyalitäten und Schlüsselsätze aus der Herkunftsfamilie das gegenwärtige Leben prägen — strukturiert, hypothesenbasiert, ethisch verankert und bewusst abgegrenzt von Esoterik. Die Methode ist in zwölf Modulen lehrbar, arbeitet auf drei klar definierten Anwendungsebenen (Beratung, Coaching, therapeutischer Kontext) und richtet sich an psychosoziale Fachpersonen.
Auf einen Blick: Was Family Roots Work ist
Family Roots Work ist eine eigenständige methodische Synthese, die in der akademie bios® in Graz entwickelt und gelehrt wird. Der Name trägt das Programm: Family Roots steht für die familiäre Herkunft und die in ihr wurzelnden Muster, Beziehungen, Werte und Geschichten, die über Generationen weitergegeben werden. Work steht für die professionelle Arbeit damit — strukturiert, methodisch nachvollziehbar, lehrbar und ethisch geleitet.
- Methode: Family Roots Work by Ernestina Mazza
- Methodenentwicklerin: Dott.ssa Mag. Dipl. Päd. Ernestina Mazza
- Träger: akademie bios®, Graz (Österreich)
- Methodische Synthese aus: systemischer Familienarbeit, Verhaltenstherapie, Bindungsforschung, Trauma- und Stressforschung
- Anwendungsebenen: drei klar definierte Levels (Beratung, Coaching, therapeutischer Kontext)
- Werkzeuge: zehn lehrbare Methoden — vom Genogramm bis zur symbolischen Integration
- Ausbildung: zwölf Module, hybrid (online oder Graz), Start 16. Juni 2026
Warum manche Themen größer sind als die eigene Biografie
Themen zusammengefasst
In psychosozialer Arbeit zeigen sich regelmäßig Themen, die sich aus der aktuellen Biografie allein nicht erklären lassen: wiederkehrende Beziehungsmuster, Schuld bei Erfolg, unbewusste Loyalitäten zu Mangel oder Leid. Family Roots Work bietet für genau diese Momente eine strukturierte, hypothesenbasierte Sprache und einen klaren professionellen Rahmen.
Wer in psychosozialen Berufen arbeitet, kennt die Momente: Eine Klientin spricht über ihre Karriereblockade — und gleichzeitig schwingt etwas mit, das größer ist als ihre eigene Biografie. Ein Klient erzählt von wiederkehrenden Beziehungsmustern und nennt dabei fast wortgleich Sätze, die er von seiner Großmutter gehört hat. Eine erfolgreiche Unternehmerin beschreibt ein subtiles Schuldgefühl bei jedem ihrer Erfolge — als dürfte sie nicht mehr haben als ihre Mutter.
Es sind die Stellen, an denen rein gegenwartsbezogene Arbeit an ihre Grenzen kommt — und an denen viele Fachpersonen intuitiv spüren, dass hier etwas mitschwingt, das eine andere Sprache braucht. Family Roots Work wurde für genau diese Momente entwickelt.
Was ist Family Roots Work — und was ist es nicht?
Was ist Family Roots Work zusammengefasst
Family Roots Work ist eine systemisch-psychologische, hypothesenbasierte Methode für transgenerationale Musterarbeit. Sie ist KEIN Psychotherapieverfahren im Sinne des österreichischen Psychotherapiegesetzes, KEINE esoterische Praxis und KEINE deterministische Theorie. Sie formuliert Hypothesen, keine Diagnosen — und stellt keine Heilversprechen.
Bevor die Methode in der Tiefe verstanden werden kann, ist eine klare Verortung wichtig. Family Roots Work ist eine eigenständige methodische Synthese aus systemischer Familienarbeit, Verhaltenstherapie, Bindungs- und Stressforschung sowie körperorientierten und symbolisch-integrativen Ansätzen.
Family Roots Work ist NICHT:
- Kein anerkanntes Psychotherapieverfahren im Sinne des österreichischen Psychotherapiegesetzes
- Kein medizinisches Heilverfahren — keine Behandlung von Krankheiten
- Keine esoterische oder spirituelle Praxis — ohne Begriffe wie Aufstellung, Karma, Ahnenfeld, energetische Heilung oder schicksalhafte Verstrickung
- Keine deterministische Theorie — nicht alle persönlichen Schwierigkeiten stammen aus der Familiengeschichte
- Kein Diagnose- oder Heilungsverfahren — Family Roots Work formuliert Hypothesen, keine Diagnosen, und stellt keine Heilversprechen
Diese Abgrenzung ist nicht kosmetisch. Sie ist methodisch konstitutiv. Sie schützt sowohl die begleiteten Menschen vor unklaren Settings als auch die anwendenden Fachpersonen vor berufsrechtlichen Überschreitungen.
Wie werden familiäre Muster über Generationen weitergegeben?
Antwort zusammengefasst
Familien sind bedeutungsgenerierende Systeme: Werte, Rollen, Regeln, Schlüsselsätze, Tabus und nicht erzählte Geschichten werden über Sprache, Verhalten, Schweigen und Atmosphäre weitergegeben. Ein Kind übernimmt diese Muster aus dem überlebenswichtigen Bedürfnis nach Zugehörigkeit — meist ohne dass dies bewusst entschieden wird.
Family Roots Work geht von einer grundlegenden Beobachtung aus, die in der systemischen Familienarbeit, in der Bindungsforschung und in der Psychogenealogie gleichermaßen belegt ist: Familien sind nicht nur biologische Verbindungen. Sie sind Systeme, in denen Bedeutungen, Werte, Rollen, Regeln, Sätze, Tabus und nicht erzählte Geschichten weitergegeben werden.
Diese Weitergabe geschieht durch Sprache, Verhalten, Schweigen, Atmosphäre und implizite Erwartungen. Ein Kind kommt nicht als unbeschriebenes Blatt zur Welt. Es kommt in ein System, das bereits existiert — mit eigenen Schlüsselsätzen, mit eigenen unausgesprochenen Regeln, mit einer eigenen Geschichte, die vor seiner Geburt begonnen hat. Es bindet sich an dieses System, weil Zugehörigkeit überlebenswichtig ist.
Der italienische Sozialwissenschaftler Eugenia Scabini hat es so beschrieben: Jeder Mensch ist Hüter eines Familienschatzes, der aus Erbschaften, Mythen, Vorbildern und Rollen besteht, die über Generationen hinweg weitergegeben wurden. Dieses Erbe wirkt — auch dann, wenn niemand es benennt.
Worauf basiert Family Roots Work wissenschaftlich?
Hintergrund der Methode zusammengefasst
Family Roots Work stützt sich auf vier etablierte Forschungsfelder: (1) systemische Familienarbeit (Böszörményi-Nagy), (2) Verhaltenstherapie (kognitive Schlüsselsatz-Arbeit), (3) Bindungsforschung (Bowlby, Ainsworth, Main, Lyons-Ruth) und (4) Trauma- und Stressforschung (Porges, van der Kolk, Levine). Die Methode verzichtet bewusst auf epigenetische Argumentation, da deren transgenerationale Aussagen beim Menschen wissenschaftlich umstritten sind.
Family Roots Work ist eine methodische Synthese, keine eigenständige wissenschaftliche Theorie. Die Methode stützt sich auf vier etablierte Forschungsfelder, die sie zu einem kohärenten praktischen Ansatz verbindet.
1. Systemische Familienarbeit
Die systemische Familienarbeit, insbesondere die kontextuelle Familientherapie nach Ivan Böszörményi-Nagy, liefert das Konzept der unsichtbaren Loyalität, des delegierten Auftrags und der mehrgenerationalen Buchführung. Family Roots Work übernimmt diese konzeptuellen Grundlagen — verzichtet jedoch auf die rituelle Aufstellungspraxis und arbeitet stattdessen mit dem Genogramm als zentralem visuell-reflexivem Werkzeug.
2. Verhaltenstherapie
Die kognitiv-behaviorale Tradition liefert das Verständnis von Schlüsselsätzen als Kognitionen, die das Erleben und Verhalten strukturieren. Sätze wie „Man darf nicht zu viel wollen“ oder „In unserer Familie gibt man immer alles für die anderen“ sind keine harmlosen Floskeln. Sie sind kognitive Strukturen, die über Jahre wirken — oft, ohne dass die Person sich ihrer bewusst ist.
3. Bindungsforschung
Die Bindungstheorie nach John Bowlby und Mary Ainsworth, in Weiterentwicklung durch Mary Main und Karlen Lyons-Ruth, liefert das Verständnis dafür, dass frühe Bindungserfahrungen unbewusst internalisiert werden und in späteren Beziehungen weiterwirken. Family Roots Work erweitert diese Perspektive um die transgenerationale Dimension.
4. Trauma- und Stressforschung
Die Trauma- und Stressforschung nach Stephen Porges, Bessel van der Kolk und Peter Levine liefert das Verständnis für körperliche Reaktionen, autonome Regulation und die Bedeutung von Stabilisierung in jeder Tiefenarbeit. Tiefenarbeit ohne Stabilisierung ist Übergriffigkeit. Diese Erkenntnis ist nicht verhandelbar — sie ist ein operatives Prinzip der Methode.
Hinweis zur Epigenetik
Family Roots Work verzichtet bewusst darauf, sich auf epigenetische Studien zu stützen, um transgenerationale Wirkungen zu erklären. Die Methode arbeitet stattdessen auf der Ebene psychosozialer, sprachlicher und systemischer Weitergabe — deren Belege deutlich robuster sind.
Was ist unsichtbare Loyalität?
Unsichtbare Loyalität zusammengefasst
Unsichtbare Loyalität ist ein unsichtbares Geflecht von Bindungen, das alle Mitglieder eines Familiensystems verbindet. Sie ist keine bewusste Treue, sondern eine implizite Verpflichtung, die aus dem überlebenswichtigen Bedürfnis nach Zugehörigkeit entsteht. Family Roots Work unterscheidet zwei Formen: die Loyalität in der Wiederholung (einengend) und die Loyalität in der Liebe (befreiend ohne zu trennen).
Das Herzstück der Methode ist das Konzept der unsichtbaren Loyalität. Was nach Selbstsabotage aussieht, ist möglicherweise etwas anderes: Loyalität. Aus Liebe. Aus Zugehörigkeit. Aus der unbewussten Überzeugung, dass man nicht mehr haben darf, als die Vorfahren hatten.
Die zwei Formen der Loyalität
- Loyalität in der Wiederholung: bindet an alte Muster, alte Schicksale, alte Schmerzen. Die Form, die einengt.
- Loyalität in der Liebe: bewahrt die Verbundenheit mit den Wurzeln — ohne die alten Muster weiterzutragen. Die Form, die befreit, ohne zu trennen.
Die methodische Arbeit besteht darin, das eine in das andere zu transformieren. Nicht durch Abbruch zur Familie. Nicht durch Schuldzuweisung. Sondern durch Würdigung, durch bewusste Wahrnehmung und durch eine neue, bewusst gewählte Entscheidung.
Was ist das Mazza-Dreieck?
Mazza-Dreick kurz erklärt
Das Mazza-Dreieck beschreibt die drei Arbeitsebenen, die in Family Roots Work simultan im Blick gehalten werden: (1) Individuum und aktuelles Familiensystem, (2) Ahnenlinien (weiblich und männlich getrennt betrachtet) und (3) transgenerationale Dynamik. Erst die Verbindung aller drei Ebenen unterscheidet die Methode von rein gegenwartsbezogener Beratung.
Ebene 1: Individuum und aktuelles Familiensystem
Wo steht die Person jetzt? Welche Symptome, Herausforderungen, Blockaden zeigen sich? Welche Rollen übernimmt sie in ihrer aktuellen Familie? Oft trägt sie ein unbewusstes Mandat — und weiß es nicht.
Ebene 2: Die Ahnenlinien
Welche Geschichten, Erfahrungen, Muster verlaufen durch die Vorfahren? Welche Ressourcen auch? In der Methode werden die weibliche und die männliche Ahnenreihe separat betrachtet, weil sie jeweils eigene Themen und eigene Qualitäten in das gegenwärtige Leben einbringen.
Ebene 3: Die transgenerationale Dynamik
Wie verbinden sich diese Ebenen? Welche unsichtbare Loyalität bindet die Person an ein ungelöstes Thema? Wo liegt der unbewusste Auftrag — und wie kann er gewürdigt und transformiert werden?
Wer nur auf Ebene eins arbeitet, verändert oft Symptome, ohne deren systemische Wurzel zu berühren. Erst die Verbindung aller drei Ebenen macht die Methode wirksam.
Was bedeutet die Koffer-Metapher in Family Roots Work?
Koffer-Metapher zusammengefasst
Die Koffer-Metapher ist das zentrale Bild der Methode: Jeder Mensch trägt einen Koffer, in dem sowohl Ressourcen (Kraft, Talente, Werte der Vorfahren) als auch Lasten (ungelöste Konflikte, übernommene Schuldgefühle, sich wiederholende Muster) liegen. Family Roots Work öffnet diesen Koffer, ermöglicht das Hinsehen und schafft Raum, bewusst zu entscheiden: Was nehme ich mit? Was darf bleiben? Was darf ich zurückgeben?
Jeder Mensch trägt einen Koffer. In diesem Koffer sind Ressourcen: Kraft, Weisheit, Talente, die von den Vorfahren kommen. Im selben Koffer sind aber auch Lasten: ungelöste Konflikte, übernommene Schuldgefühle, unausgesprochene Geschichten, Muster, die sich wiederholen — unbewusst übernommen aus Liebe zur Familie.
Die meisten Menschen wissen nicht, was in ihrem Koffer ist. Sie tragen ihn, weil sie ihn immer schon getragen haben. Family Roots Work öffnet den Koffer. Sie ermöglicht, hineinzusehen. Sie schafft den Raum, zu unterscheiden: Was nehme ich mit? Was darf bleiben? Was darf ich bewusst zurückgeben?
Das ist Freiheit. Nicht Abbruch zur Familie — sondern Verbundenheit ohne Wiederholung.
Welche Werkzeuge nutzt Family Roots Work?
Werkzeuge zusammengefasst
Family Roots Work arbeitet mit zehn klar definierten, lehrbaren Werkzeugen: Genogramm der Loyalitäten, die drei Fragen, Koffer-Metapher, Schlüsselsatz-Arbeit, Loyalitätsfragebogen, Tabu-Landkarte, Familienrollen-Inventar, Körpercheck, symbolische Integration und das Drei-Level-Modell als Reflexionsrahmen.
- Genogramm der Loyalitäten. Macht Familiengeschichte über drei bis fünf Generationen sichtbar. Strukturierte Familienlandkarte mit Beziehungslinien, Brüchen, Migrationen, verschwiegenen Ereignissen und Ressourcenlinien — Grundlage jeder weiteren Arbeit.
- Die drei Fragen. Roter Faden durch alle Module: Was trage ich aus meiner Familie weiter? Welche Loyalität bindet mich an alte Muster? Was darf ich behalten, was darf gehen, was darf neu beginnen?
- Die Koffer-Metapher. Das zentrale Bild der Methode: Ressourcen und Lasten sichtbar machen, würdigen, bewusst entscheiden.
- Schlüsselsatz-Arbeit. Drei-Schritte-Verfahren: alte Familiensätze identifizieren, als Hypothese formulieren, in neue Leitsätze übersetzen. Schützt vor Deutungshoheit.
- Loyalitätsfragebogen. Strukturierter Reflexionsbogen, der Loyalitäten zu Leid, Mangel, Schweigen oder Scheitern sichtbar macht — und ihrer Würdigung Raum gibt.
- Tabu-Landkarte. Behutsame Erkundungsvorlage für Tabus, Geheimnisse und ausgeschlossene Familienmitglieder. Arbeitet mit der Wirkung des Schweigens, nicht mit dessen Aufklärung.
- Familienrollen-Inventar. Acht typische Familienrollen — vom starken Kind über die Friedensstifterin bis zum unsichtbaren Kind. Macht stille Aufträge benennbar, ohne sie zu pathologisieren.
- Körpercheck. Strukturierte Körperwahrnehmungs-Vorlage. Gleichzeitig Reflexionsebene und Stoppsignal — schützt vor Übergriffigkeit der Tiefenarbeit.
- Symbolische Integration. Strukturierter Übergang vom Erkennen zur bewussten Entscheidung. Kein Ritual mit Heilversprechen — ein methodischer Drei-Schritte-Prozess: Würdigung, Rückgabe, neue Entscheidung.
- Drei-Level-Modell als Reflexionsrahmen. Reflexionsinstrument für die anwendende Fachperson selbst: Auf welcher Ebene arbeite ich? Welche Werkzeuge sind in meinem Setting erlaubt? Wo verweise ich weiter?
Was ist das Drei-Level-Modell?
Kurzantwort
Das Drei-Level-Modell definiert verbindlich, wer Family Roots Work auf welcher Ebene anwenden darf: Level 1 (Beratung, Pädagogik, Coaching ohne therapeutischen Anspruch), Level 2 (Coaching und energetisch-symbolische Prozessbegleitung) und Level 3 (Family Roots Work im therapeutischen Kontext — ausschließlich Psychotherapeut:innen mit Berufsberechtigung). Welche Ebene zulässig ist, hängt allein von der berufsrechtlichen Qualifikation ab.
| Level | Wer darf anwenden? | Welche Werkzeuge? |
|---|---|---|
| Level 1 | Berater:innen, Pädagog:innen, Coaches in nicht-therapeutischen Kontexten | Genogramm, Reflexionsarbeit, Werte- und Rollenarbeit, Koffer-Metapher, Journaling, Loyalitätsfragebogen. Stabilisierung im Zentrum. |
| Level 2 | Qualifizierte Coaches, Energetiker:innen, psychosoziale Berater:innen | Zusätzlich: symbolische Integration, Körperwahrnehmung, ritualisierte Übergänge, Schlüsselsatzarbeit. Kein Therapieanspruch, keine Heilversprechen. |
| Level 3 | Psychotherapeut:innen mit Berufsberechtigung (Österreich/EU) | Integration in psychotherapeutische Behandlung, Trauma- und Anteilearbeit, Kombination mit anderen Verfahren — innerhalb der jeweiligen Berufsberechtigung. |
Die Verbindlichkeit dieser Ebenen ist Teil der methodischen Ethik. Wer auf Level 1 qualifiziert ist, darf nicht auf Level 2 oder 3 arbeiten — auch dann nicht, wenn Klient:innen es wünschen.
Welche Leitprinzipien gelten in Family Roots Work?
Leitprinzipien kurzgefasst
Family Roots Work folgt vier methodischen Leitprinzipien: (1) Hypothesenbasierung, (2) Würdigung der Funktion, (3) Stabilisierung vor Tiefenarbeit, (4) Berufsrechtliche Klarheit.
1. Hypothesenbasierung
Jede Aussage über die Wirkung familiärer Muster wird sprachlich als Hypothese formuliert. Sprachliche Marker wie „möglicherweise“, „eine Lesart wäre“, „eine erste Vermutung könnte sein“ sind methodische Pflicht, nicht stilistisches Beiwerk.
2. Würdigung der Funktion
Bevor ein familiäres Muster verändert oder zurückgegeben wird, wird seine ursprüngliche Schutz- oder Überlebensfunktion gewürdigt. Diese Würdigung erkennt an, dass das Muster zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Familiengeschichte sinnvoll war, ohne dass es heute weitergetragen werden muss.
3. Stabilisierung vor Tiefenarbeit
Family Roots Work priorisiert in jeder Sitzung die Stabilität der begleiteten Person. Stoppsignale des Körpers werden ernst genommen — als methodische Information, nicht als Widerstand.
4. Berufsrechtliche Klarheit
Jede Anwenderin und jeder Anwender von Family Roots Work arbeitet innerhalb der berufsrechtlich erlaubten Grenzen des eigenen Tätigkeitsfeldes. Das Drei-Level-Modell strukturiert diese Grenzen konkret und nachvollziehbar.
Was sagt Family Roots Work bewusst nicht?
Kurzantwort
Family Roots Work formuliert KEINE Diagnosen über Vorfahren, KEINE kausalen Behauptungen, KEINE Heilversprechen, KEINE Schuldzuweisungen und KEINE mystischen Wirkmechanismen. Diese Unterlassungen sind die Stärke der Methode.
- Keine Diagnosen über Vorfahren (etwa: „Deine Großmutter war traumatisiert.“)
- Keine kausalen Behauptungen (etwa: „Deshalb hast du heute deine Angst.“)
- Keine Heilversprechen (etwa: „Wenn du das machst, wird sich alles auflösen.“)
- Keine Schuldzuweisungen an Familienmitglieder, lebende oder verstorbene
- Keine Behauptung mystischer oder spiritueller Wirkmechanismen
Wo wird Family Roots Work eingesetzt?
Kurzantwort
Family Roots Work kommt überall dort zur Anwendung, wo Themen über die aktuelle Biografie hinausreichen: Schuld bei Erfolg, Wiederholung familiärer Schicksale, Loyalität zu Mangel oder Leid, übernommene Rollen, wirkende Schlüsselsätze, Tabus sowie körperliche Reaktionen mit familienbiografischem Bezug.
- Schuld bei Erfolg, Wohlergehen oder Glück — wenn das eigene gute Leben unbewusst als Verrat an den Vorfahren erlebt wird
- Wiederholung familiärer Schicksale ohne erkennbaren biografischen Anlass
- Loyalität zu Mangel, Leid oder ungelebtem Leben
- Übernahme von Rollen und stillen Aufträgen aus der Herkunftsfamilie
- Wirken familiärer Schlüsselsätze als unbewusste Leitsätze
- Tabus, Geheimnisse und ausgeschlossene Familienmitglieder als unsichtbare Resonanzräume
- Körperliche Reaktionen mit familienbiografischem Bezugspunkt
Für wen ist Family Roots Work entwickelt?
Für wen? zusammengefasst
Family Roots Work richtet sich an psychosoziale Fachpersonen: psychosoziale Berater:innen, Lebens- und Sozialberater:innen, Coaches, Energetiker:innen, Pädagog:innen, therapeutisch tätige Fachkräfte und Psychotherapeut:innen.
- Psychosoziale Berater:innen und Lebens- und Sozialberater:innen
- Coaches mit fundierter Vorbildung
- Energetiker:innen, die eine seriöse, abgegrenzte Arbeit mit familiären Themen suchen
- Pädagog:innen mit beratendem Tätigkeitsfeld
- Therapeutisch tätige Fachkräfte
- Psychotherapeut:innen, die transgenerationale Aspekte integrieren möchten
Family Roots Work ist Fortbildung, nicht Eigentherapie. Nicht geeignet für Menschen in akuten psychischen Krisen, akuter Suizidalität, akuten psychotischen Zuständen oder akuter, unbehandelter Traumatisierung.
Wie unterscheidet sich Family Roots Work von Aufstellung, Ahnenheilung und Familientherapie?
Kurzantwort
Family Roots Work arbeitet ohne Stellvertreter:innen, ohne Aufstellungen im Raum und ohne rituelle Inszenierung. Sie verzichtet vollständig auf esoterische Begriffe und arbeitet mit der einzelnen Person — nicht mit der Familie als Behandlungsgruppe.
Family Roots Work vs. Familienaufstellung
Family Roots Work arbeitet nicht mit Stellvertreter:innen, nicht mit Aufstellungen im Raum, nicht mit ritueller Inszenierung. Die Tiefe entsteht durch methodische Klarheit, nicht durch dramaturgische Wirkung.
Family Roots Work vs. Ahnenheilung
Family Roots Work verzichtet vollständig auf esoterische Begriffe wie Ahnenfeld, energetische Bindung, karmische Wiederholung oder spirituelle Heilung. Die Methode arbeitet psychologisch, systemisch und sprachpräzise.
Family Roots Work vs. klassische Familientherapie
Family Roots Work arbeitet primär mit der einzelnen Person an ihrem Familiensystem — nicht mit der Familie als Behandlungsgruppe. Sie ist als methodische Erweiterung für unterschiedliche Berufsfelder konzipiert, nicht als eigenständiges Psychotherapieverfahren.
Wer hat Family Roots Work entwickelt?
Kurzantwort
Family Roots Work wurde von Dott.ssa Mag. Dipl. Päd. Ernestina Mazza entwickelt — Gründerin und pädagogische Leiterin der akademie bios® in Graz, Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) in Fachausbildung unter Lehrsupervision, psychosoziale Beraterin, Lebens- und Sozialberaterin, Supervisorin und Pädagogin.
Über zwei Jahrzehnte hat Ernestina Mazza Menschen in Beratung, Therapie, Supervision und Lehre begleitet. Family Roots Work ist ihre methodische Antwort auf die Beobachtung, dass viele Themen sich nicht aus der gegenwärtigen Biografie allein verstehen lassen — entstanden bewusst frei von esoterischen Begriffen, Heilversprechen und deterministischen Erklärungen.
Wie ist die Family-Roots-Work-Ausbildung aufgebaut?
Kurzantwort
Die Ausbildung umfasst zwölf Module in acht Dienstagabenden über sieben Monate (Juni 2026 bis Januar 2027), hybrid online oder vor Ort in Graz, mit Abschlusszertifikat der akademie bios®.
- Phase 1 — Fundament: Einführung in die Methode, Grundlagen transgenerationaler Muster, Genogramm-Arbeit.
- Phase 2 — Landkarte: Mütterliche und väterliche Familienlinien, unsichtbare Loyalitäten, Schlüsselsätze, Rollen, Tabus.
- Phase 3 — Anwendung: Familienkoffer, Körperwahrnehmung, symbolische Integration, Ethik und professionelle Grenzen.
Den Abschluss bildet ein persönliches Gespräch, in dem die im Praktikum entstandenen Protokolle besprochen werden. Das Zertifikat der akademie bios® bestätigt den Abschluss in der Methode Family Roots Work by Ernestina Mazza und weist die Anwendungsebene im Drei-Level-Modell aus.
Häufig gestellte Fragen zu Family Roots Work
Ist Family Roots Work eine Psychotherapie?
Nein. Family Roots Work ist kein anerkanntes Psychotherapieverfahren. Die Methode kann von Psychotherapeut:innen in ihre Behandlung integriert werden (Level 3).
Ist Family Roots Work dasselbe wie Familienaufstellung?
Nein. Keine Stellvertreter:innen, keine Aufstellungen im Raum, keine rituelle Inszenierung. Die Arbeit erfolgt mit Genogramm, Reflexion und präziser Sprache.
Arbeitet Family Roots Work mit esoterischen Konzepten?
Nein. Kein Ahnenfeld, kein Karma, keine energetische Heilung. Die Methode arbeitet psychologisch, systemisch und sprachpräzise.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung?
Bestehende berufsrechtliche Qualifikation, Bereitschaft zur Selbsterfahrung, Bereitschaft zur Praktikumsdokumentation und aktuelle psychische Stabilität.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Zwölf Module, acht Dienstagabende, sieben Monate (Juni 2026 – Januar 2027) plus Praktikum und Abschlussgespräch.
Online oder vor Ort?
Hybrid — online und vor Ort in Graz simultan möglich.
Was unterscheidet Family Roots Work von anderen transgenerationalen Methoden?
Konsequente Hypothesenbasierung, bewusster Verzicht auf esoterische Begriffe und klar strukturiertes Drei-Level-Modell mit berufsrechtlicher Verbindlichkeit.
Warum diese Methode jetzt gebraucht wird
Wir leben in einer Zeit, in der psychosoziale Berufe zunehmend differenzierter werden — und zugleich der Wunsch nach Tiefenarbeit wächst, die nicht in unseriöses Versprechen kippt. Family Roots Work versucht, genau diesen Raum zu öffnen: strukturiert ohne kalt zu sein, berufsrechtlich klar ohne starr zu werden.
Leitsatz der Methode
„Ich bleibe meiner Familie in Liebe verbunden — nicht in der Wiederholung ihrer Muster.“
Das ist keine Trennung. Das ist Freiheit. Verbundenheit ohne Wiederholung.
Weiterführende Informationen und Termine
Die nächste Family-Roots-Work-Ausbildung startet am 16. Juni 2026 mit acht Dienstagabenden bis Januar 2027 — hybrid online oder vor Ort in Graz. Einführungspreis für die erste Ausbildungsgruppe, Frühbucherpreis bei Anmeldung bis 18. Mai 2026.
Kostenloser Online-Infoabend: Freitag, 15. Mai 2026, 18:00 Uhr -> Anmeldung zum Infoabend
Erstgespräch: Unverbindlich, telefonisch oder online, ca. 20 Minuten. -> Anmeldung zum Erstgespräch
Mehr Informationen, Termine und Anmeldung: akademiebios.eu

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